Und wieder alle Jahre...

... diesmal nicht Weihnachten, sondern der Geburtstag.
Jedes Jahr dieselbe Falle. Eigentlich feiern... aber dann eigentlich doch nicht.
Dieses Jahr wird alles überschattet von Erschöpfung die einfach nicht mehr weichen will.
Freude bringt die persönliche Karte von einem Patienten, der irgendwie mitbekommen hat, dass ich Geburtstag habe diese Woche... und der sich mit einer Karte und Glückwünschen nochmal für die besondere Betreuung bedankt.

Stress und Hetzerei um rechtzeitig zuhause zu sein für den Besuch einer Freundin die sich angekündigt hat. Noch schnell die Wohnung saugen und mal eben feucht im Wohnzimmer wischen, der Boden hats nötig.
Dann der Absturz: Absage wegen Migräne.
Für seine Gesundheit kann man natürlich nix, aber der Tag ist irgendwie gelaufen.

Eine andere Freundin schaut für eine knappe Stunde zwischen Chaos wegen kranken Kindern und krankem Ehemann vorbei und hebt die Laune zumindest ein wenig...
aber die Enttäuschung, dass ihr Besuch der einzige bleibt, sitzt.

Dabei wollte ich doch das Jahr eben nicht feiern... und irgendwie hofft man doch, dass ein paar mehr Leute spontan vorbei schneien. Nur sind eben die wenigsten so gestrickt.
Und so stellt man sich selbst immer wieder dieselbe Stolperfalle- jedes Jahr derselbe Schietkram.

Den Heulkrampf gestern hab ich mit frühem Schlafengehen abgebogen, den heut werd ich einfach von der Glotze aus dem Hirn flimmern lassen... und dann wär es mal wieder ein Geburtstag ohne Tränen und durchaus detaillierte Ideen warum man im nächsten Jahr eigentlich seinen Abschied nehmen wird aus diesem Jammertal von Alltagsscheißkram.

Also geht man ne Runde zu den Eltern und zieht das mehr entnervende Familienprogramm durch. Der Clou dieses Mal war nicht- wie Weihnachten- das Thema mich unter die Haube zu bekommen... sondern mein Beruf. Hat mein Vater gestern doch eine Sendung aufgenommen, in der über den Stress und die Verantwortung im Pflegeberuf auf Intensivstation berichtet wird. Ein wenig populistisch aufgemacht, aber so kommt auch für den Laien der Stress dem man ständig ausgesetzt ist gut rüber.
Ich muss mir das natürlich unbedingt ansehen, weil es ein anderer Blickwinkel sei... nur war er das nicht... sondern eben einfach eine Reportage über das, was mein täglich Brot ist. Höflicherweise habe ich es mir dann doch angetan obwohl ich es erst abwiegeln wollte... aber wirklich gebrauchen konnte ich das nicht.
Irgendwie haben Eltern doch immer das Talent, genau an solch unpassenden Tagen immer einen Griff ins Klo zu tun......
Nächstes Jahr fahr ich einfach über meinen Geburtstag in den Urlaub, dann können sie mich alle.
Oder ich mache eine riesen Absinth- Fete und verbringe den Tag im Vollrausch irgendwo selbst als Patient... wär doch mal was Neues....



23.4.08 20:46

Letzte Einträge: ET telefoniern nach Haus, Zeit zu gehen..., Dinge die man nicht von seinen Patienten hören will..., Aussagen unreflektiert mitgehört, Da beißt doch der Fuchs..., Männer...

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