Immer nur motzen...

... das tun so viele.

Die Kollegen von Normalstation.
Meine Kollegen auf Intensiv.
Unsere ärztlichen Kollegen.

Aber wenn man dann sagt: In Ordnung, dann lasst es uns doch gemeinsam anpacken und etwas ändern- husch... weg sind sie. Oder finden tausend Gründe, warum sie das nicht machen müssen. "ICH hab mich in meinem Arbeitsleben schon genug aufgerieben, das sollen mal schön andere tun."
"Wir kriegen so ein bescheidenes Gehalt, dafür reiss ich mir doch nicht noch über den Dienst hinaus den Hintern auf..."
"Ich hab für sowas keine Zeit, wir arbeiten eh schon so viel..."
"Wirst sehen, man redet und redet und macht aufmerksam, aber es ändert sich ja doch nichts."

Diese verdammte Einstellung- wie die mich ankotzt!!!!

Wenn man es gemeinsam anpackt kann man sehr wohl etwas erreichen...

Aber niemand hat Lust, sich mal selbst am Schopf zu packen... klar, man bekommt für den Mehraufwand auch nicht mehr Geld... aber immerhin ist es Arbeitszeit...
... und außerdem kann man so etwas bewegen!
Man muss doch in die Zukunft blicken, nicht immer nur über den Istzustand jammern und schimpfen!

Wir haben die Gelegenheit, am Konzept unserer künftigen Intensivstation mitzuarbeiten... neue Standards zu erstellen... vielleicht eine Mitauswahl an Geräten zu treffen...
wenn man sich denn mal einsetzt.
Oder mal als Gruppe den Mund aufmacht.

Diese Woche war Geräteeinweisung... der eigens von der Firma angereiste Einweiser war angepisst: sechs Stunden die er investierte... und genau elf Angestellte des Krankenhauses kamen. Von über 50 neuen Mitarbeitern.
Seine Einweisung war trotzdem super!
Die Kollegen von Normalstation waren recht verwundert, was man doch alles für Fragen stellen kann zu Spritzenpumpen: Titrierfunktion, Förderratengarantie.. etc.
Ich bin bald geplatzt als der Mann mir auf meine Frage- ob es keine Geräte mit entsprechenden Funktionen von seiner Firma gäbe- zur Antwort gab: "Doch, gibt es... und die, die Sie auf der Intensivstation nutzen, sind vom Hersteller dafür eigentlich nicht empfohlen, aber der Herr L*** (Medizintechniker) meinte damals, die Basisversion sei fürs Haus gerade gut genug. Im Haus hat sich nur die Anästhesie dagegen gewehrt und sich durchgesetzt. Genauso wie nur dort die Geräteeinweisung über Mutliplikatoren funktioniert."
Ich habe gedacht, gleich macht es "PENG" und dann bin ich einfach geplatzt, so wütend war ich.
Die Innere ist immer das Stiefkind. IMMER. Und ich weiss genau, wenn ich kommende Woche in unserem Teamgespräch den Vorschlag mache, dass wir für unsere neue Intensiv entsprechend neue Geräte- die dem heutigen Medizinischen Standard entsprechen- einfordern.... dann werden dieselben frustrierten alten Schwestern, die immer quer schießen und gar nicht mit auf die neue Intensiv wechseln werden meinen: "Warum, geht doch auch so."
Ja... geht auch. Aber eben gerade so. Und oft genug geht es eben auch nicht. Und wenn wir uns weiter entwickeln wollen, dann müssen wir dafür auch Einsatz zeigen.
Sowas in der Art werde ich dann wohl sagen... denn ich lasse mich nicht entmutigen von den Antworten die da wohl kommen werden... das geht einfach nicht mit meinem Gewissen.
Und wenn die Leistungen auf der neuen Intensiv am Patienten- vor allem von ärztlicher Seite- nicht deutlich besser werden... dann weiss ich, wer sich einen neuen Job sucht. Weil mich das sonst über längere Zeit fertig machen wird...

Wie sagt ein kluger Spruch?
Love it- Change it- Leave it.
Entweder alles ist gut.... oder man ändert es.... und wenn es nicht zu ändern ist.... sucht man sich etwas neues.
Hauptsache, man mault eben nicht nur herum.

12.6.08 20:12

Letzte Einträge: ET telefoniern nach Haus, Zeit zu gehen..., Dinge die man nicht von seinen Patienten hören will..., Aussagen unreflektiert mitgehört, Da beißt doch der Fuchs..., Männer...

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